Die Tanzbekleidungsmarke YUMIKO erfreut sich bei Balletttänzern auf der ganzen Welt großer Beliebtheit. Gegründet wurde die Marke von Yumiko Takeshima, die in den 1990er Jahren begann, ihre Erfahrung als professionelle Tänzerin mit ihrem Gespür für Farben, das sie sich im Kimono-Geschäft ihrer Familie angeeignet hatte, zu kombinieren, um maßgeschneiderte Leotards zu entwerfen. Durch die Kombination von Funktionalität und Design wurde die Marke YUMIKO schnell international bekannt und heute gibt es neben einem erfolgreichen Onlinehandel Geschäfte in Berlin, Tokyo und New York. J-BIG hatte die Gelegenheit, mit Yumiko Takeshima über ihren Werdegang zu sprechen. Sie erzählt von ihren Anfängen, von langen Nächten, die sie in ihrem Atelier mit Nähen verbrachte, von der Vermarktung ihrer Produkte, der Rolle des „Yumi Girl“ im Vertrieb und wie es ihr gelang, die Herzen von Tänzerinnen und Tänzern auf der ganzen Welt zu erobern.
J-BIG: Frau Takeshima, erzählen Sie uns etwas zu Ihrem Einstieg in die Ballettbranche?
Yumiko Takeshima: Ich bin sehr jung in die Welt des Balletts eingestiegen: Im Alter von drei Jahren begann ich mit dem Ballettunterricht und wechselte mit 13 Jahren auf eine Ballettschule in San Francisco. Von dort aus führte mich meine Tanzkarriere auf viele internationale Bühnen, darunter Korea, Calgary, Paris und eine Modern Dance Company in New York. Schließlich wurde ich Mitglied des Niederländischen Nationalballetts.
Ballettfreunde aus meiner Zeit in den Niederlanden inspirierten mich, 2006 nach Deutschland zu ziehen. In Dresden war ich etwa achteinhalb Jahre lang Mitglied eines Ballettensembles. Mit der Geburt meines Sohnes stellte sich die Frage, wie ich Familie und Tanz unter einen Hut bringen kann. Schließlich entschied ich mich, meine Laufbahn als aktive Tänzerin zu beenden.

Mit der Entscheidung, die Bühne 2013 zu verlassen, habe ich mich mehr auf meine Marke YUMIKO konzentriert und die Eröffnung eines Ladens in Berlin vorangetrieben. Die Entscheidung für Berlin hatte mehrere Gründe: Die Stadt gefiel mir schon lange wegen ihrer kulturellen Offenheit und dem internationalen Umfeld, was sie zu einem idealen Standort für meine Familie machte. Mit dem Umzug begann für mich ein neues Leben und ein neuer beruflicher Abschnitt.

J-BIG: Die Marke YUMIKO gab es also schon vor Ihrem Umzug nach Berlin, als Sie noch als Tänzerin aktiv waren?
Yumiko Takeshima: Genau, die Anfänge von YUMIKO liegen mehr als 20 Jahre zurück. Ich habe das Unternehmen YUMIKO zwar erst 2002 offiziell gegründet, aber die Anfänge reichen bis in meine Zeit beim Niederländischen Nationalballett in Amsterdam zurück. Damals war mein Zuhause zugleich auch mein Atelier.
Als ich 1993 von New York in die Niederlande zog, um beim Nationalballett zu tanzen, waren die Lebensbedingungen in den Niederlanden noch ganz anders als in Japan. Am Anfang hatte ich nicht einmal eine Küche oder Glühbirnen. Ich versuchte, Geld zu sparen, indem ich meine eigenen Decken und Kissen mit einer von Freunden geliehenen Nähmaschine nähte.
Das Schlüsselerlebnis, das mich auf die Idee brachte, mich mit Tanzbekleidung zu beschäftigen, war, als ich in einem örtlichen Stoffladen Material für einen Leotard fand. Als ich meinen selbst genähten Leotard probeweise im Balletttraining trug, waren meine Kollegen begeistert und baten mich, auch für sie Tanzbekleidung zu nähen. Das war die Geburtsstunde der Marke YUMIKO.
Natürlich gab es damals schon eine große Auswahl an Anbietern für Tanzbekleidung, aber viele Tänzerinnen fanden es toll, sich von einer Ballettkollegin ein Leotard schneidern zu lassen. Durch Empfehlungen häuften sich die Aufträge und ich bekam sogar Anfragen von Ballettensembles aus dem Ausland. Aber es war keine leichte Zeit: Zehn Jahre lang saß ich täglich nach der Arbeit im Ballettensemble oft bis Mitternacht an der Nähmaschine. Unser Haus war voller Stoff. Mein Mann und unser Hund mussten sich regelrecht durch die Stoffbahnen kämpfen. Irgendwann sagte mein Mann, dass es so nicht weitergehen könne. Auf seinen Vorschlag hin stellte ich eine Assistentin ein, die mir zu Hause half. Damals nähte ich etwa vier Leotards am Tag und meine Assistentin sieben.
J-BIG: Wie hat sich das Geschäft weiterentwickelt?
Yumiko Takeshima: Wir haben unsere Produktion dann nach Südspanien verlegt, da die Familie meines Mannes dort bereits ansässig war. Wir stellten zunächst vier Mitarbeiter ein. Einige unserer ersten Mitarbeiter sind auch heute noch Teil unseres Teams. So wurde YUMIKO 2002 offiziell als Unternehmen gegründet.
Im Laufe der Zeit ist unser Team stetig gewachsen. Heute beschäftigen wir rund 50 qualifizierte Näherinnen, darunter viele Teilzeitkräfte. Trotz der Größe ist die Teamstruktur sehr familiär geblieben. Es herrscht ein enger Zusammenhalt und alle arbeiten mit großer Leidenschaft an unseren Produkten. Genau diese Atmosphäre – das Kompakte und Gemeinschaftliche in unserem Team – schätze ich sehr und finde, das macht den großen Unterschied aus.
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J-BIG: Durch Mundpropaganda wurden Ihre Leotards schnell bekannt. Welche anderen Vertriebskanäle haben Sie damals genutzt, um Ihre Produkte zu vermarkten?
Yumiko Takeshima: Als ich anfing, Leotards als Hobby zu nähen, entwickelte sich durch meine ersten Kundinnen ein System, das wir später „Yumi Girl“ nannten. Als ich damals für eine Freundin ein Leotard nähte, waren ihre Ballettkolleginnen so begeistert, dass die Nachfrage stieg und meine Produkte auch bei anderen Ballettgruppen bekannt wurden. Diese Freundinnen, die meine ersten Kundinnen waren, wurden zu den „Yumi Girls“, als ich mein Unternehmen offiziell gründete, und übernahmen gewissermaßen als Botschafterinnen eine wichtige Rolle im Vertrieb: Als Models für die Leotards machten sie Werbung, sammelten Bestellungen bei Ballettensembles und Ballettschulen und kümmerten sich sogar um die Koordination der Zahlungen. Auf diese Weise nahmen wir Bestellungen entgegen, produzierten und verschickten die Leotards und unsere Produkte verbreiteten sich schnell in Ballettkreisen auf der ganzen Welt.
Aufgrund der steigenden Nachfrage haben wir dann ein „Ambassador“-System eingeführt, das sich an Personen richtet, die 100 oder mehr Bestellungen pro Jahr bearbeiten. Gleichzeitig haben wir das ursprüngliche „Yumi Girl“-System weitergeführt, um kleinere Ballettensembles und Studios besser bedienen zu können. Während die Ambassadors für größere Bestellungen zuständig sind, konzentrieren sich die Yumi Girls auf den direkten Kundenkontakt und die Bearbeitung kleinerer Bestellungen. So haben wir ein flexibles Vertriebsmodell geschaffen, das besser auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden eingeht.

Schon vor unserem Umzug nach Dresden 2006 hatten wir Online-Bestellungen eingeführt. Das Internet bot eine Plattform, um die große Nachfrage zu bedienen, denn der gute Ruf unserer Produkte sprach sich in den Ballettensembles fast von selbst herum: Wenn jemand eines unserer Produkte trug, wollten die Kollegen oft auch eines haben. Auch ohne dass unsere Kunden in den Laden kamen, konnten wir durch die Präsenz unserer Produkte in den Ballettensembles und die positive Mundpropaganda das Vertrauen unserer Kunden gewinnen. Dank unseres guten Rufs ist der Online-Verkauf heute unser wichtigster Vertriebskanal.
J-BIG: Welche Rolle spielen die Ladengeschäfte?
Yumiko Takeshima: Derzeit betreiben wir physische Geschäfte an drei Standorten: Das erste haben wir in New York eröffnet, gefolgt von Berlin und 2016 ein weiteres in Tokyo. Diese Standorte sind für uns weit mehr als reine Verkaufsflächen – sie dienen als zentrale Kommunikationspunkte mit unseren Kunden und haben großen Einfluss auf unsere strategischen Marketingaktivitäten. Wir nutzen die Vorteile, die uns Ladengeschäfte vor Ort bieten, und arbeiten aktiv mit der lokalen Kunst- und Kulturszene der jeweiligen Stadt zusammen. Darüber hinaus achten wir bei der Gestaltung unserer Filialen darauf, dass sie mit der Atmosphäre und Kultur der Stadt harmonieren.
In Berlin zum Beispiel arbeiten wir viel mit lokalen Tänzern, Fotografen und Produktionsteams zusammen. Obwohl wir ursprünglich keine besondere Verbindung zu Deutschland hatten, war es eine bewusste Entscheidung, in Berlin einen zweiten Standort zu eröffnen. Die Stadt ist bekannt für ihre kreative Energie und ihre einzigartige Kultur und passt somit hervorragend zu unserem Geschäftsmodell.
Das Geschäft in Berlin zieht nicht nur Kunden aus Berlin, sondern aus ganz Deutschland und Europa an. Der deutsche Markt spielt innerhalb der EU eine Schlüsselrolle, nicht zuletzt wegen seiner starken staatlichen Kunst- und Kulturförderung. Damit ist Deutschland für uns ein wichtiges Standbein und Sprungbrett für die weitere Entwicklung und Expansion in andere europäische Märkte wie Großbritannien und Frankreich.

J-BIG: Welches Ihrer physischen Geschäfte läuft besonders erfolgreich?
Yumiko Takeshima: Unser Geschäft in Berlin ist eine wichtige Anlaufstelle für Kunden aus ganz Europa. Vor allem Ballettensembles aus Deutschland geben regelmäßig größere Gruppenbestellungen bei uns auf. Dennoch bleibt der amerikanische Markt – und damit unser Geschäft in New York – umsatzmäßig führend. Die Umsätze in unseren Filialen in Berlin und Tokyo sind stabil, aber die USA sind ein großer und vielfältiger Markt mit einem breiten Kundenspektrum.
Einen besonderen Einfluss hatte auch der Film „Black Swan“, in dem unsere Marke die Kostüme für Natalie Portman lieferte. Das Produktionsteam lobte die Qualität unserer Leotards, was unseren Bekanntheitsgrad schlagartig erhöhte. Der Film löste eine enorme Nachfrage aus, die unsere Verkaufszahlen in den USA deutlich ankurbelte, und unser Geschäft in New York profitiert noch heute von der gesteigerten Bekanntheit unserer Marke.
J-BIG: Können Sie uns mehr über die Reaktionen auf Ihre Arbeit an den Kostümen für „Black Swan“ erzählen?
Yumiko Takeshima: Zunächst ist zu erwähnen, dass das Kostümdesign nicht von uns stammt, sondern von der talentierten Designerin Amy Westcott. Wir waren also nicht direkt an der Produktion des Films beteiligt. Als Amy Westcott für ihre Recherchen ein Ballettensemble in New York besuchte und die Tänzer nach ihrem „Lieblingsleotard“ fragte, wurde YUMIKO empfohlen. Daraufhin wurden wir beauftragt, die Leotards für den Film zu liefern.
Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich unsere Leotards auf der großen Leinwand sah – das war wirklich bewegend.

J-BIG: Viele japanische Tänzer kommen nach Deutschland, um Ballett zu studieren. Wie ist Ihr Eindruck von der Welt des Balletts in Deutschland?
Yumiko Takeshima: Bei den deutschen Ballettensembles ist mir aufgefallen, dass es nur sehr wenige Mitglieder aus Deutschland selbst gibt. In der Dresdner Kompanie, in der ich vorher getanzt habe, gab es zum Beispiel nur zwei oder drei Tänzer mit deutschem Hintergrund. Das Ballett in Deutschland ist sehr international und hat eine offene Kultur, die ausländische Tänzer ausdrücklich willkommen heißt. Das hohe Niveau der Ensembles und ihre Bereitschaft, sich auf neue Choreografien und ungewöhnliche Projekte einzulassen, machen die deutsche Ballettszene besonders attraktiv. Hier werden zum Beispiel auch Stücke realisiert, die in anderen Ländern seltener ausprobiert werden.
Darüber hinaus bietet Deutschland den Tänzern ein hohes Maß an beruflicher Stabilität. Während Tänzer in Ländern wie den USA oft mit finanzieller Unsicherheit zu kämpfen haben, gibt es in Deutschland ein gutes Sozialversicherungssystem und die Tänzer werden auch im Urlaub oder im Krankheitsfall bezahlt. Eine solche Absicherung ist in anderen Ländern schwer zu finden. Ich empfinde es als großes Glück, in Deutschland arbeiten zu können.
Meine vielen positiven Erfahrungen mit der sozialen Absicherung in Deutschland haben mich dazu inspiriert, auch bei YUMIKO Unterstützungssysteme zu integrieren und unseren Mitarbeitern faire und stabile Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Schaffung eines sicheren Arbeitsumfelds für unsere Mitarbeiter ist für uns von großer Bedeutung und wird auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben.


J-BIG: Die Leotards von YUMIKO sind der Traum vieler Tänzer. Was steckt hinter diesem Erfolg und worauf legen Sie bei der Herstellung besonderen Wert?
Yumiko Takeshima: Für mich liegt das Geheimnis für den Erfolg im Fokus auf maßgeschneiderte Kleidung. Die Kunden kommen alle mit der Vorstellung eines Leotards, der perfekt zu ihnen passt, zu uns und es macht mir viel Freude, diesen Ideen gemeinsam Gestalt zu geben. Schon damals, als ich die ersten Prototypen anfertigte und sie meinen Freunden zeigte, war die Begeisterung groß. Oft wollten sie das Design genau so behalten, wie es war. Ich habe von Anfang an viel Akzeptanz und Vertrauen in meine Entwürfe erfahren. Die Freude, den Wünschen und Vorstellungen meiner Kunden gerecht zu werden, ist bis heute meine Motivation, die ich nie aus den Augen verlieren möchte.
Deshalb habe ich viele unserer Leotards nach Freundinnen benannt. Auch mein erstes Leotard, das ich für eine Freundin designt hatte: Das Design fußte auf ihrem Wunsch, ihr Tattoo auf dem Rücken unbedeckt zu lassen. Darum benannte ich das Design mit dem offenen Rückenausschnitt nach ihr. Viele andere Leotards tragen ebenfalls den Namen von Freundinnen, die das Design inspiriert haben. Diese Namengebung hat sich zu einem festen Bestandteil unserer Markenidentität entwickelt. In letzter Zeit haben wir auch die Namen einiger unserer aktiven Ambassadors für unsere Produkte verwendet, was diese sehr gefreut hat. Es ist dieser persönliche Ansatz, der YUMIKO einzigartig macht: Jeder Kunde trägt zur Geschichte der Marke bei.
J-BIG: Sind auch japanischen Elemente Teil Ihres Erfolgs als globale Marke?
Yumiko Takeshima: Ich denke, der japanische Einfluss zeigt sich vor allem in der Farbwahl. Meine Familie führt seit mehreren Generationen ein Kimono-Geschäft und ich bin von klein auf mit den Farben und Materialien traditioneller Kimonos aufgewachsen. Das hat meinen Blick für schöne Farbkombinationen geschult. Das Design und die Farben unserer Produkte stimme ich häufig so ab, wie es auch bei der Kombination von Kimonos mit Accessoires üblich ist. Die Kimono-Kultur hat meine Vorliebe für präzise und harmonische Farbtöne stark geprägt.
Außerdem habe ich sehr hohe Qualitätsansprüche. Da ich von Anfang an selbst nähte, achte ich auf jedes Detail – von den Nähten bis zur Auswahl der Gummibänder. Die Qualitätskontrolle wird schwieriger, je größer das Unternehmen wird, aber ich halte an meinen Ansprüchen fest. Deshalb besinne ich mich immer wieder auf meine Anfänge und überprüfe jedes Detail.
Konkret bedeutet das: Die gesamte Produktion unterliegt strengen Kontrollen in jeder Phase – von der Auswahl der Stoffe bis zum Nähprozess. Wir prüfen unsere Lieferanten sehr genau und vermeiden Stoffe, die nicht nachhaltig produziert werden oder umweltschädliche Farbstoffe verwenden, auch wenn dies teurer ist. Denn Nachhaltigkeit gehört für uns zur Qualität. Überschüssige Stoffe und Leotards werden nicht einfach weggeworfen. Stattdessen recyceln wir sie oder spenden sie an Tanzschulen auf der ganzen Welt.
Ich behandle jedes Produkt so, als wäre es für meine eigene Familie bestimmt. Auch von meinen Mitarbeitern erwarte ich, dass sie mit der gleichen Sorgfalt und Hingabe arbeiten, immer mit dem Ziel, die beste Qualität zu liefern.

J-BIG: Lagern Sie Teile der Produktion aus oder fertigen Sie alles selbst?
Yumiko Takeshima: Wir stellen immer noch alles selbst her. Im Laufe der Jahre wurden wir oft von kleinen Läden und Boutiquen auf der ganzen Welt gefragt, warum wir unsere Leotards nicht an sie verkaufen. Letztes Jahr haben wir diesen Schritt gewagt und begonnen, unsere Produkte auch an den Einzelhandel zu vertreiben.
Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass auch der Verkauf an Einzelhändler ein guter Weg sein kann, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Allerdings bekommen wir seitdem so viele Bestellungen, dass wir nun eine Warteliste für Einzelhandelsbestellungen haben.
Um die vielen Anfragen zu bewältigen und unsere Kapazitäten zu erweitern, konzentrieren wir uns derzeit darauf, unser Personal aufzustocken und unsere Produktionskapazitäten zu erweitern – ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Da die Qualitätskontrolle mit zunehmender Betriebsgröße immer schwieriger wird, durchlaufen neue Mitarbeiter bei uns ein zweimonatiges Intensivtraining, in dem sie die Näh- und Schnitttechniken gründlich erlernen. Nur wer diese Ausbildung erfolgreich absolviert und die abschließenden Tests besteht, darf in die Produktion einsteigen. Wir wissen, dass dies eine hohe Hürde ist, aber sie ist notwendig, um unserem Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Darüber hinaus haben wir unsere Kapazitäten durch die Eröffnung eines neuen Produktionsstandorts in Spanien im Oktober letzten Jahres erweitert.
J-BIG: Wie haben Sie im Laufe der Jahre daran gearbeitet, die Qualität Ihrer Produkte zu verbessern und zu erhalten?
Yumiko Takeshima: Meine ersten Jahre waren wahrscheinlich die anspruchsvollsten. Damals habe ich alle Leotards selbst genäht und ständig daran gearbeitet, mich zu verbessern. Ich achtete präzise darauf, sauber zu nähen, damit die Fäden nicht ausfransten, und überlegte, wie ich den Tragekomfort verbessern kann. Im Laufe der Jahre habe ich mich immer wieder auf diese Grundsätze besonnen und an meinen Ansprüchen festgehalten.
Einen wichtigen Beitrag leisten unsere erstklassigen Mitarbeiter, die schon seit unseren Anfängen dabei sind und heute als Leiter der einzelnen Abteilungen sicherstellen, dass unsere Qualitätsansprüche weiter umgesetzt werden.
Bei einem kürzlichen Besuch in unserer Fabrik in Spanien wurde mir berichtet, dass die Produkte nicht ausreichend kontrolliert worden seien. Ich stellte den Mitarbeitern eine einfache Frage: „Wie würdet ihr euch fühlen, wenn eine Familie, die hart gespart hat, um sich eines unserer Leotards leisten zu können, ein Stück mit einem Loch darin erhält?“ Diese Vorstellung hat allen deutlich gemacht, welche Verantwortung wir gegenüber unseren Kunden tragen. Der Erhalt der Qualität ist unser oberstes Ziel, das wir auch in Zukunft nicht aus den Augen verlieren dürfen.

J-BIG: Abschließend: Was sind Ihre Visionen für die Zukunft?
Yumiko Takeshima: Unser Plan ist es, den Fitnessmarkt zu erschließen. Gerade in Deutschland, wo die Fitnessbranche sehr stark ist, sehen wir ein großes Potenzial. Wir stellen bereits Sportbekleidung wie Leggings her, werden aber immer noch hauptsächlich mit Tanzbekleidung in Verbindung gebracht und ein Großteil unserer bisherigen Kunden kommt, um Leotards zu kaufen. In Zukunft möchten wir unsere Produkte auch bei Läufern und Fitnessbegeisterten bekannt machen.
Immer wieder hören wir von Kunden, die unsere Strumpfhosen anprobieren, wie bequem diese seien. Der Sportartikelmarkt ist hart umkämpft und viele Menschen kaufen in den großen Sportketten ein. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass wir Menschen, die auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Produkten sind, von den Vorteilen unserer Marke überzeugen können.
Langfristig möchten wir nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit eine stärkere Präsenz aufbauen und einen großen Beitrag zum Tanz- und Sportbekleidungsmarkt leisten. Deshalb planen wir, weitere Geschäfte in wichtigen Städten wie London und Paris zu eröffnen.
Als Marke mit mehr als 20 Jahren Erfahrung steht für YUMIKO Qualität immer an erster Stelle. Wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln und vielen Menschen den Charme von YUMIKO vermitteln.




