• Skip to main content
  • Zur Fußzeile springen
  • Startseite
  • Über uns
  • Unsere Supporter
  • Kontakt
Kostenlos abonnieren
J-BIG

J-BIG

Japan Business in Germany

  • DE
    • EN
    • JP

Ursula Gräfe „Die Arbeit von Übersetzern genießt heutzutage weit mehr Aufmerksamkeit als früher.“

Juli 29, 2025 by Björn Eichstadt und Lilli Haberstroh

Ursula Gräfe ist eine der renommiertesten deutschen Übersetzerinnen japanischer Literatur und unter Literaturfreunden eine echte Berühmtheit. Insbesondere als Übersetzerin der Werke von Haruki Murakami hat sie sich einen Namen gemacht und ist seit 25 Jahren für fast alle deutschen Ausgaben des japanischen Bestsellerautors verantwortlich – ein glücklicher Zufall, wie sie sagt. Daneben überträgt sie auch gerne weniger bekannte Werke klassischer Autoren und Newcomer der japanischen Literatur ins Deutsche. Ans Aufhören mit ihrer „Liebesarbeit“ denkt sie dabei noch lange nicht. J-BIG sprach mit ihr über ihren Weg zur Übersetzung japanischer Literatur, die inhaltlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Berufs, sowie die Zukunft des professionellen Übersetzens im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.

J-BIG: Wie und wann sind Sie das erste Mal mit Japan in Berührung gekommen?

Ursula Gräfe: Erst im Studium 1978. Ich habe Japanologie aus dem Stand heraus studiert, ohne eine Beziehung zu Japan zu haben oder dort jemanden zu kennen. Ich hatte vielleicht einmal einen japanischen Roman gelesen. Ich vermute, es war „Der Seemann, der die See verriet“ von Mishima, das ich selbst jetzt neu übersetzen durfte. Ansonsten habe ich einfach so angefangen, neben meinem Anglistik- und Amerikanistikstudium noch Japanologie zu studieren.

Literatur war immer mein Hauptinteresse und Lesen mein großes Hobby. Da ich mit Amerikanistik und Anglistik bereits Amerika und Europa abgedeckt hatte, wollte ich mit einer asiatischen Philologie meinen Blick auf die Weltliteratur nach Osten erweitern. Eigentlich hätte ich auch sehr gerne Indologie studiert, aber dieses Fach wurde in Frankfurt nicht angeboten. Meine zweite Wahl war die Sinologie, doch ich stellte schnell fest, dass es in der Japanologie entspannter zuging. Die Professur war vakant und es gab nur wenige Studierende.

Wir hatten eine japanische Lektorin und einen deutschen Professor, anfangs eine Vertretung. Japanologie war wirklich noch ein Orchideenfach. Dadurch, dass der Studiengang so klein war, entstand eine besondere Beziehung zu den Lehrenden.

Die Professur wurde mit Professor Ekkehard May besetzt, dem ich eine sehr gute japanologische Ausbildung verdanke. Er ist als Basho- und Haiku-Experte sehr bekannt. Später war er auch mein Doktorvater. Also habe ich mein Studium in Frankfurt beendet und bin anschließend mit einem Doktorandenstipendien nach Japan gegangen.

Ursula Gräfe erzählt von ihrem Japanologiestudium – dem ersten Berührungspunkt mit Japan. // Fotoserie: Maximilian von Lachner
J-BIG: Das heißt, Sie waren bis zum Ende Ihres Studiums nie in Japan?

Ursula Gräfe: Genau, ich war erst über ein DAAD-Stipendium nach dem Studium als Doktorandin in Tokyo. Das Thema meiner Doktorarbeit lautete „Die Typologie des Helden im modernen japanischen Roman“, ein Thema, das mich bis heute interessiert.

Kostenfrei abonnieren

„J-BIG – Japan Business in Germany“ ist das E-Mail-Magazin rund um die Aktivitäten japanischer Unternehmen im deutschen Markt. Registrieren Sie sich kostenfrei!

Zur Anmeldung
J-BIG: Wie kamen Sie dazu, Bücher aus dem Japanischen zu übersetzen?

Ursula Gräfe: Professor May hat mir nach meiner Rückkehr aus Japan zu meiner ersten Übersetzung verholfen. Der Insel Verlag suchte eine Übersetzerin für das Buch „Die Welt des leuchtenden Prinzen“ von Ivan Morris – eine englische Kulturgeschichte über die Heian-Zeit.

Aus dem Japanischen zu übersetzen habe ich mir damals noch nicht zugetraut. Damit habe ich erst Anfang oder Mitte der 1990er Jahre angefangen, als es zu einer größeren Nachfrage nach japanischer Literatur kam.

J-BIG: Womit hing dieser Anstieg zusammen?

Ursula Gräfe: Das zeitgenössische Japan rückte gegenüber dem exotischen Japan immer mehr in den Vordergrund. Ich vermute, die „Bubble Economy” und der Umstand, dass Japan als Wirtschaftspartner so interessant wurde, waren sehr entscheidende Faktoren. In engem Zusammenhang damit stand, dass Japan 1990 Gastland der Frankfurter Buchmesse war. Damals erschienen auch die ersten Werke von Haruki Murakami in deutscher Übersetzung von Jürgen Stalph und Annelie Ortmanns im Suhrkamp Verlag. Als Kenzaburo Ōe 1994 den Literaturnobelpreis erhielt, wuchs das Interesse weiter.

Meine erste – halbe – Übersetzung aus dem Japanischen war der Roman „Stille Tage“ von Kenzaburo Ōe, eher eine Gemeinschaftsarbeit. Ōes damaliger Übersetzer Wolfgang Schlecht erkrankte und der Insel Verlag brauchte Ersatz. Nach anfänglichem Zögern beschlossen meine japanische Freundin und Kollegin, die Germanistin und Japanologin Kimiko Nakayama-Ziegler und ich, es zusammen zu wagen, und schafften es tatsächlich, „Stille Tage“ fristgerecht abzugeben.

Die Zusammenarbeit mit Kimiko Nakayama-Ziegler war sehr lehrreich und konstruktiv, ich hoffe, für uns beide. Die Zusammenarbeit mit einer Muttersprachlerin bietet großes Potenzial. Wir verstanden uns sehr gut und respektierten stets gegenseitig unsere muttersprachliche Kompetenz. Durch ihre Innensicht habe ich viel über bestimmte Gepflogenheiten in der japanischen Kultur gelernt. Beispielsweise fällt es mir auch heute noch schwer, umgangssprachliche Dialoge aus dem Japanischen zu übersetzen. „So desu ka” oder „sore wa, sore wa” können ja je nach Kontext so unendlich viel bedeuten. Durch und von Kimiko habe ich gelernt, den japanischen Kontext stärker in mein Verständnis miteinzubeziehen.

Bis in die 1990er-Jahre wurde japanische Literatur oft aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
J-BIG: Nachdem Sie mit Kenzaburo Ōe angefangen haben, kam relativ schnell Murakami. Warum erschien ausgerechnet er auf einmal auf der internationalen Bühne?

Ursula Gräfe: Er hatte sich bereits einen Namen in Amerika gemacht. In Japan gelang ihm 1987 mit „Noruwei no Mori” (dt. „Naokos Lächeln”) ein Bestseller, der amerikanische Literaturbetrieb hat sein Potenzial sofort erkannt, und Murakami wurde über den amerikanischen Markt international bekannt.

Bereits Ende der 1980er-Jahre hatte Suhrkamp/Insel zwei Romane von Murakami aus dem Japanischen übersetzen lassen – „Wilde Schafsjagd” und „Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt”. Dennoch war Murakami damals in Deutschland noch eher ein Geheimtipp. Im Buchmessenheft von 1990 gibt es einen Artikel mit der Überschrift „Wer oder was ist Haruki Murakami?”

Später wurden zwei Bücher von ihm aus dem Amerikanischen übersetzt. Im Jahr 2000 kam dann das literarische Quartett mit Reich-Ranicki und der Rieseneklat über das Buch „Gefährliche Geliebte“. Reich-Ranicki sagte, Murakami sei der zukünftige Nobelpreisträger. Die Kritikerin Frau Löffler sagte, es sei „literarisches Fastfood“. Es wurde persönlich, und daraufhin schied Frau Löffler aus.

Erst später stellte sich heraus, dass das Buch aus dem Amerikanischen übersetzt worden war und der DuMont Verlag hat daraufhin gleich eine Übersetzerin für die kommenden Werke gesucht – diesmal direkt aus dem Japanischen. Ich hatte das Glück, dass ich zur rechten Zeit am rechten Ort war.

Björn Eichstädt möchte mehr über Ursula Gräfes erste Murakami-Übersetzung erfahren.
Bis auf eine Ausnahme ist Ursula Gräfe bis heute für alle Neuerscheinungen von Haruki Murakami zuständig. Mittlerweile übersetzt sie seine Werke mit Leichtigkeit.
J-BIG: Um welches Werk handelte es sich bei dieser ersten Übersetzung aus dem Japanischen für DuMont?

Ursula Gräfe: „Naokos Lächeln“ (jap. Noruwei no mori, 1987), Murakamis oben erwähnter erster großer Bestseller in Japan. Ich war natürlich sehr aufgeregt und prompt ist mir ein Fehler unterlaufen. Im Buch gibt es eine Figur mit einem gewissen Zwangsverhalten, der ich den Spitznamen „Sturmbandführer“ gab – statt korrekt „Sturmbannführer“. Einige Leser vermuteten sogar eine Absicht dahinter, aber leider muss ich zugeben, dass dem nicht so war. Der Spitzname wurde dann in den folgenden Ausgaben korrigiert. Dankenswerterweise hat der DuMont Verlag mir weiter die Chance gegeben, Murakami zu übertragen. Seit dem Jahr 2000 habe ich alle Neuerscheinungen (bis auf eine) von Murakami übersetzt.

J-BIG: In der zweiten Hälfte der 90er Jahre wurden Manga erstmals in originaler Leserichtung übersetzt und die Authentizität der japanischen Kultur und Sprache ernster genommen. Kann auch Murakami als Teil dieser popkulturellen Bewegung gesehen werden?

Ursula Gräfe: Unbedingt. Murakami markiert meines Erachtens eine Zäsur in der japanischen Literatur. Er hat es als einer der Ersten gewagt, den akademischen, hochintellektuellen Literatenstil zu durchbrechen, der die japanische Literatur auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch prägte. Vertreter dieser „Hochliteratur“ sind Schriftsteller wie Jun‘ichirō Tanizaki, Natsume Sōseki, Yasunari Kawabata oder Yukio Mishima. Haruki Murakamis Art zu schreiben war revolutionär und hat zu Beginn viele japanische Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler schockiert und aufgebracht.

Ich sehe ihn als Wegbereiter für zahlreiche junge Autorinnen, wie Sayaka Murata, Mieko Kawakami oder Asako Yūzuki, um nur drei zu nennen, die wir heute lesen können.

J-BIG: Nun ein paar technische Fragen zur Literaturübersetzung. Wie lang ist ein Buch von Murakami durchschnittlich? Wie lange brauchen Sie für eine Übersetzung?

Ursula Gräfe: Das ist sehr unterschiedlich. Murakami schreibt ja Erzählungen sowie sehr umfangreiche mehrbändige Romane wie „Die Chroniken des Aufziehvogels“ oder „1Q84“ mit jeweils drei japanischen Bänden. Die Bücher umfassen also zwischen 250 und 1.000 Seiten. Sein neuster Roman „Die Stadt und ihre ungewisse Mauer“ (dt. 2024) hat etwas wenig als 700 Seiten. Es ist mir unmöglich zu sagen, wie lange ich brauche. Jede Seite ist anders, einige sind sehr schnell zu übersetzen, andere erfordern längere Überlegung und manchmal aufwändigere Recherchen. Nach mehreren Überarbeitungsfängen kommen noch Lektorat und Fahnenkorrektur hinzu. Dabei lässt Murakami sich sehr flüssig übersetzen.

Björn Eichstädt interessiert sich für die professionelle Literaturübersetzung und ihre Herausforderungen.
J-BIG: Dauern die Übersetzungen anderer japanischer Autoren länger?

Ursula Gräfe: Ich habe kürzlich eine Neuübersetzung von Yukio Mishima gemacht: „Der Held der See“ (Kein & Aber, 2024; Titel der Erstübersetzung „Der Seemann, der die See verriet“). Für Texte von Mishima brauche ich drei- oder viermal so lange. Sogar, wenn es wie in diesem Fall deutsche, englische und französische Vorlagen gibt, die ich zu Hilfe nehmen kann. Auch der kürzlich erschiene Roman „Tokyo Sympathy Tower“ von Rie Qudan war zeitlich eine Herausforderung.

J-BIG: Das bedeutet, es ist schwierig, mehr als zwei Bücher im Jahr zu übersetzen.

Ursula Gräfe: Ich übersetze meist mehr als zwei Bücher. Natürlich fällt es mir auch zunehmend leichter, ich habe in all den Jahren – sprachlich und handwerklich – viel dazu gelernt. Allerdings sind die Möglichkeiten, Kanji nachzuschlagen und landeskundliche Inhalte zu recherchieren, heute weitaus günstiger als noch in den 1990er-Jahren. Das heißt, das Übersetzen geht schneller.

J-BIG: Kann man von der Arbeit als Übersetzerin leben?

Ursula Gräfe: Es kommt darauf an. Eine Familie zu ernähren dürfte schwierig sein. Ich höre häufiger von Kolleginnen und Kollegen, die das Übersetzen an den Nagel hängen mussten, weil es finanziell einfach nicht reicht. Ich habe großes Glück, Stammübersetzerin eines Bestsellerautors wie Murakami zu sein. Er hat mir meine Alterssicherung ermöglicht. Ohne ihn wäre meine Situation durchaus prekär.

Ursula Gräfe hat trotz der geringen Entlohnung auch große Freude an der Übersetzung von Werken anderer Autoren.
J-BIG: Von welchen Faktoren hängt die Bezahlung der Verlage an die Übersetzer ab? Von den Verkaufszahlen, die diese selbst antizipieren?

Ursula Gräfe: Seit 2010 bekomme ich eine Beteiligung am realen Verkauf der Bücher. Das hat sich jetzt allgemein in der Branche durchgesetzt. Früher gab es nur ein fixes Seitenhonorar. Die Beteiligung kann hoch sein, wenn der Autor sich – wie Murakami – sehr gut verkauft. Bei Übersetzungen mit geringen Auflagen – die meisten – sieht das natürlich anders aus. Werke von Yukio Mishima zu übersetzen ist vor allem eine reine Liebesarbeit. Wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen mache ich auch Workshops – dieses Jahr wieder beim Filmfestival Nippon Connection – oder Lesungen – vor kurzem in der Stadtbibliothek von Donaueschingen anlässlich des Jubiläums einer Städtepartnerschaft. Das Ganze ist also eine Mischkalkulation.

J-BIG: Im Grunde kann man sagen, dass Sie zur richtigen Zeit mit der richtigen Ausbildung am richtigen Ort waren, als Japan aus der Bubble Economy herauskam. Und dann hatten Sie das Glück, dass Sie mit dem erfolgreichsten japanischen Autor arbeiten konnten.

Ursula Gräfe: Genau, wobei es diese Beteiligungen zu der Zeit, als ich anfing, noch nicht gab. Sie wurde erst durch den Übersetzerverband erkämpft. Der Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen (VdÜ) hat sehr viel erreicht. Er vertritt unsere Interessen in der Öffentlichkeit und gegenüber unseren Vertragspartnern. Das ist nicht in allen Ländern so. Ich glaube, Norwegen ist ein ähnlich positives Beispiel. In Deutschland gibt es inzwischen Normverträge und die besagte Beteiligung, an der viele Verlage sich orientieren. Die Honorare für eine Normseite (30 Zeilen, 60 Anschläge) liegen je nach Sprache und Schwierigkeitsgrad durchschnittlich zwischen 18 und 25 Euro. Japanisch liegt im oberen Bereich. Eine Beteiligung könnte so aussehen: 0,5% vom 1001. bis zum 5000. Exemplar, 1% ab dem 5001. Exemplar vom Nettoladenpreis pro Jahr. Bei Taschenbuchausgaben fallen Honorare und Beteiligungen noch niedriger aus. Trotz des großen wirtschaftlichen Potenzials ist die Situation der Manga-Übersetzer besonders prekär. Laut einer internen Umfrage können sich 57 Prozent der Befragten nicht vorstellen, langfristig unter den aktuellen Bedingungen weiterzuarbeiten. Es gibt also noch sehr viel zu tun, aber wenn ich es mit meinen Anfängen vergleiche, ist sehr viel Positives zu verzeichnen. Dafür bin ich dem VdÜ sehr dankbar.

Björn Eichstädt fragt nach der Zukunft des Berufs als Literaturübersetzer.
J-BIG: Viele Studierende der Japanologie möchten Literaturübersetzer oder -übersetzerin werden. Was würden Sie ihnen raten?

Ursula Gräfe: Auf Dauer wird sich unser Berufsbild durch den Einsatz maschineller Übersetzungssysteme zwangsläufig verändern. Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Künstliche Intelligenz Textblöcke und Bilder auf der Grundlage großer Datenmengen erzeugt und selbst über kein emotionales oder sachliches Verständnis des Ausgegebenen verfügt. Es sind Menschen, die kreative Übersetzungen erschaffen. Momentan sind Übersetzungsmaschinen nicht in Lage, einen komplexen literarischen Text aus dem Japanischen ins Deutsche auch nur korrekt zu übersetzen. Ich habe vor kurzem Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Workshop mit drei Versionen eines Textabschnitts aus „Der Held der See“ von Yukio Mishima konfrontiert. Zwei der Passagen waren von Übersetzungsmaschinen generiert. Die Aufgabe war zu erkennen, welche – was ihnen binnen Minuten mühelos gelang.

J-BIG: Wie sehen Sie im Moment die Situation von Übersetzern?

Ursula Gräfe: Im Vergleich zu früher hat sich die Situation verbessert, was dem herausragenden kollegialen Engagement des VdÜ zu verdanken ist. Der Verband hat entscheidend dazu beigetragen, die rechtliche und ökonomische Situation von uns Übersetzerinnen und Übersetzern zu verbessern. Auch wenn ich Berufsanfängern noch immer sage, dass Literaturübersetzen eine Liebesarbeit ist.

„Izumo no Okuni“ von Sawako Ariyoshi ist eines der Bücher, die Ursula Gräfe gerne noch ins Deutsche übertragen würde.
J-BIG: Was planen Sie für Ihre weitere Karriere? Und gibt es noch Bücher, die Sie persönlich gerne übersetzen würden?

Ursula Gräfe: Ich würde eigentlich gern solange wie möglich in meinem Beruf weiterarbeiten, mich fortbilden und auch interessante Autorinnen und Autoren übersetzen. Dazu gehören auch ältere Schriftsteller und Schriftstellerinnen, von denen bisher nur wenig ins Deutsche übersetzt worden ist, wie zum Beispiel die 1984 verstorbene Sawako Ariyoshi, die Bestsellerautorin und äußerst produktiv war. So hat sie einen zweibändigen tausendseitigen Roman über Izumo no Okuni geschrieben, die als Erfinderin des Kabuki-Theaters gilt. Viele kennen ihr Denkmal am Kamogawa in Kyoto. Von Mishima würde ich gerne den Science-Fiction Roman „Utsukushii Hoshi“ („Schöner Stern“) übersetzen, in dem alle Mitglieder einer Familie von einem anderen Stern stammen. Und sehr gerne wieder etwas von Hiromi Kawakami, die in Deutschland mit „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ sehr erfolgreich war.

Ursula Gräfe freut sich über die Anerkennung, die Literaturübersetzern und -übersetzerinnen heute geschenkt wird. 
J-BIG: Auf welche Übersetzungen von Ihnen können wir uns als nächstes freuen?

Ursula Gräfe: Im August 2025 erscheint der Roman „Schwindende Welt“ von Sayaka Murata bei Aufbau, im November 2025 „Die Spatzenmorde von Onikobe“, der fünfte Band der Krimireihe von Seishi Yokomizo – die ich mit größtem Vergnügen übersetze – und 2026 ein neuer Roman von Asako Yūzuki, die mit „Butter“ einigen Erfolg hatte. Der Titel steht noch nicht fest.

Footer

Interview-Archiv

Kyocera Europe„Erfolg ist das Produkt aus Fähigkeiten, Einsatz und innerer Einstellung.“

Kyocera ist ein über 60 Jahre altes japanisches Technologieunternehmen, das sich rasant von einem lokalen Keramikhersteller in Kyoto zu einem globalen Anbieter von Hochleistungskeramik entwickelt hat, der in vier Hauptmärkten …

Weiterlesen <span class="company-name">Kyocera Europe</span>„Erfolg ist das Produkt aus Fähigkeiten, Einsatz und innerer Einstellung.“

Nissin „Wir wollen Marktführer in Europa werden.“

Die Erfolgsgeschichte der berühmten japanischen Instantnudeln begann in der Nachkriegszeit und hat heute eine globale Dimension erreicht. Im Jahr 1958 gründete Momofuku Ando das Unternehmen Nissin. Mittlerweile sind die Kreationen …

Weiterlesen <span class="company-name">Nissin</span> „Wir wollen Marktführer in Europa werden.“

FANUC„Dort, wo unsere Kunden sind, sind auch wir.“

FANUC ist der weltweit führende Anbieter von CNC-Steuerungen, Industrierobotern und Automatisierungstechnik. Das japanische Unternehmen blickt auf eine fast 70-jährige Geschichte zurück – geprägt von visionärer Ingenieurskunst, konsequenter Automatisierung und enger …

Weiterlesen <span class="company-name">FANUC</span>„Dort, wo unsere Kunden sind, sind auch wir.“

Das J-BIG E-Mail-Magazin wird herausgegeben von:

Storymaker Agentur für Public Relations GmbH
Derendinger Str. 50
72072 Tübingen

  • Impressum
  • Datenschutzerklärung